Tango, Karaoke und eigenwillige Tiere
Wer nach Finnland reist, darf sich auf interessante Begegnungen freuen. Denn die Finnen sind, vorsichtig gesagt, etwas eigenwillig und verschroben. Doch gerade das macht sie auch so sympathisch.
Besonders hoch oben im Norden am Polarkreis in Finnisch-Lappland bei Kuusamo, wo es im Winter nur für kurze Zeit hell wird und wo der Weihnachtsmann zu Hause ist, tritt dieser eigenwillige Charakter der Menschen deutlich zutage.
Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass die Finnen leidenschaftlich gern Karaoke singen gehen? Und zwar mit einer Inbrunst und Ernsthaftigkeit, die an einen katholischen Kirchenchor erinnert. Eine weitere beliebte und fanatisch betriebene Freizeitbeschäftigung ist das Tangotanzen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Als der argentinische Modetanz Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug durch Europa antrat und dabei auch irgendwann nach Finnland kam, entwickelte er sich dort schnell zu einer Art nationalem Volkssport. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Tango finden die eher etwas zurückhaltenden Polarlichter eine Möglichkeit, ihre Gefühle ausdrücken zu können.
Ich hab’s übrigens selbst ausprobiert, das Tangotanzen. Macht Spaß, ist aber nicht ganz leicht. Man muss sich höllisch konzentrieren, um seiner Partnerin bzw. seinem Partner nicht ständig auf die Füße zu treten. Da gefällt es mir schon besser, mit einem Hundeschlitten durch die verschneiten Märchenlandschaften Lapplands zu gleiten – gezogen von energiegeladenen und von purem Leben sprühenden Huskys (Laut Wikipedia ist ein Husky übrigens in der Lage, das Neunfache seines eigenen Körpergewichs zu ziehen). Alternativ können Sie auch wie der Weihnachtsmann in einem Rentierschlitten Platz nehmen. Allerdings muss man diese Tiere schon zu nehmen wissen. Sie sind nur halbdomestiziert und eigenwillig wie Esel.
Zu den wahrscheinlich spannendsten Begegnungen, die man in Finnisch-Lappland machen kann, gehört die mit den geheimnisvollen Nordlichtern, jenen flammenden und tanzenden Farberscheinungen am Nachthimmel. Extra wegen dieser Lichter sind sogar schon Menschen nach Finnland eingewandert. Nun gut, es gibt wahrlich schlechtere Gründe für einen Wohnortwechsel (siehe Link). Mir selbst ist eine Begegnung mit diesem einzigartigen Naturphänomen leider verwehrt geblieben, so sehr und so lange und so sehnsuchtsvoll ich nächtens auch nach oben in die Sterne gestarrt habe. So bleibt auf jeden Fall ein guter Grund, noch einmal in dieses faszinierende Land zurückzukehren…
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